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Trink Wasser!

Trinkwasser!

Kleines Wasser-Lexikon

Durch Überdüngung und Gülle kann der Ammonium-Wert im Grundwasser steigen. Bei der Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk (Nitrifikation) wird das Wasser von diesem Stoff gesäubert, sodass wir den Grenzwert von Ammonium von 0,5 mg/l im Trinkwasser deutlich unterschreiten.

Aufgrund rechtlicher Vorgaben sind wir im Wasserwerk Rostock verpflichtet, dem Trinkwasser Chlor hinzuzugeben. Chlor wirkt als Desinfektionsmittel und verhindert das Bakterienwachstum. Je nach aktuellen Anforderungen des Wassers setzen wir ihm unterschiedliche Mengen an Chlor zu, um sicherzustellen, dass es auch auf dem Weg zum Verbraucher nicht an Qualität verliert. Infolge der Temperaturänderungen des Wassers in den Trinkwasserleitungen kann es zu Frühjahrsbeginn und im Spätherbst gegebenenfalls zu einer stärkeren Wahrnehmung des Chlorgeschmacks kommen. Außerdem kann es auch in den Grundwasserwerken, bei Anordnung durch das Gesundheitsamt, zu einem befristeten Einsatz von Chlor kommen. Hierüber werden wir Sie auf geeignetem Weg informieren. Zu allen Zeiten ist unser Trinkwasser aber unbedenklich genießbar und hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein.

In jedem Wasser sind Salze in bestimmten Konzentrationen vorhanden. Die Spanne kann von sehr weichem Quell- oder Talsperrenwasser über Grundwasser bis zum Meerwasser reichen. Chlorid ist ein für den menschlichen Stoffwechsel lebenswichtiger Mineralstoff. Zusammen mit Natrium bildet es das Kochsalz (Natriumchlorid, NaCl). Chlorid gehört zu den natürlichen Inhaltsstoffen in unseren Wässern, seine Konzentration ist typisch für Mecklenburg-Vorpommern.

Das Trinkwasser soll frisch, klar, farb- und geruchlos sein und zum Genuss anregen. So sagt es die Trinkwasserverordnung und so erwarten wir es als Verbrauchern auch. Damit dies auch jederzeit sichergestellt ist, kontrolliert ein von uns beauftragtes Labor und das Gesundheitsamt unser Trinkwasser regelmäßig.

Kupfer wird häufig als Rohrleitungsmaterial in der Trinkwasserinstallation eingesetzt. Zum Schutz der Säuglinge, die empfindlich auf überhöhte Kupferwerte im Trinkwasser reagieren, gibt es in der Trinkwasserverordnung strenge Grenz- und Vorsorgewerte. In dem von uns abgegebenen Trinkwasser kommt kein Kupfer vor und wir als Wasserversorger verwenden auch keine kupferhaltigen Materialien. Wenn die Trinkwasserinstallation bei Ihnen zuhause von einem Fachbetrieb eingebaut, gewartet und repariert wird, können Sie sicher sein, dass die richtigen Materialien verwendet werden und Ihr Trinkwasser keinen Schaden nimmt.

Während des Wasserkreislaufes nimmt Wasser die Mineralien in Erd- und Gesteinsschichten auf. Wie viele und welche Mineralien zum Schluss im Trinkwasser enthalten sind, hängt stark von der Region ab, in der es gewonnen wird. Für den Körper sind diese Mineralien sehr wichtig, weswegen von dem Genuss von destilliertem Wasser abgeraten wird. Mineralien sind zum Beispiel Calcium, Magnesium und Kalium, die für die Funktionsfähigkeit unseres Körpers unverzichtbar sind.

Nitrate sind wasserlösliche Stoffe, die besonders für Pflanzen sehr wichtig sind. Daher werden diese Stoffe oft in Form von Düngern zum Einsatz gebracht und gelangen so in das Grundwasser. Auch wenn Nitrate in geringer Konzentration nicht schädlich sind, können sie bei langfristigem Einsatz zu einem überhöhten Nährstoffgehalt im Grundwasser führen. Um dies zu verhindern, wurde 2017 die Düngeverordnung angepasst und der Grenzwert auf 50 mg/l reduziert. Diesen Grenzwert unterschreiten wir deutlich.

Bei Abwesenheit von Sauerstoff kann sich aus Nitrat das gefährlichere Nitrit bilden. Damit es dazu nicht kommt, wird neben dem Nitrit selbst auch immer die Anwesenheit von Sauerstoff im Trinkwasser untersucht. Sollte Nitrit gefunden werden, kann das Gesundheitsamt eine Nutzungseinschränkung für geschwächte Personen aussprechen.

Das Rostocker Trinkwasser können Sie zu jeder Zeit bedenkenlos trinken. Seit Inbetriebnahme der Ozonanlagen im Jahr 1995 setzt das Rostocker Wasserwerk auf ein besonders sicheres Verfahren zur Desinfektion. Die Ozonung bewirkt unter anderem eine sehr schnelle Beseitigung von Keimen und Bakterien. Sie bekämpft biologisch schwer abbaubare Verbindungen und entfernt außerdem Trübungen, Geruchs- und Geschmacksstoffe. Das Ozon reagiert dabei vollständig ab und ist im Anschluss nicht mehr nachweisbar. Mit Anlaufen der Ozonanlage konnten wir den Einsatz von Chlor in der Wasseraufbereitung deutlich senken. Wurden 1990 noch 4,4 mg/l zugegeben, sind es aktuell unter 0,8 mg/l. Nach Verlassen des Wasserwerkes fließt das bakteriologisch einwandfreie Trinkwasser durch das Leitungsnetz. Bis es Sie erreicht, dauert es nur wenige Tage.

Vom Wasser gelöster Gips ist maßgeblich für die Wasserhärte und ergibt den Sulfatgehalt des natürlichen Grundwassers. Im Tiefengrundwasser kann auf natürlichem Wege Sulfat vorkommen. Aber auch durch die Verwendung von mineralischem Dünger kann es zu einem Anstieg der Sulfatkonzentration im Grundwasser kommen. Bei der Auswahl der Rohwasserquelle achten wir auf die Einhaltung des Grenzwertes von 250 mg/l Sulfat, so dass in unserem Trinkwasser der Grenzwert eingehalten wird.

In der letzten Eiszeit haben die Gletscher aus Skandinavien das Ostseebecken und damit die Kreidefelsen vor Rügen abgegraben und gleichmäßig über ganz Norddeutschland verteilt. Beim Versickern des Regens wird diese Kreide als Calciumcarbonat herausgelöst und in das Grundwasser transportiert. Das ist der Grund für die natürliche Härte des Wassers in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Eine Nachbereitung oder Enthärtung unseres Trinkwassers im Haushalt – also eine Entfernung von Calcium- und Magnesium-Ionen, um die Wasserhärte zu reduzieren – ist aus gesundheitlichen Gründen nicht notwendig.